Migranten und Flüchtlinge

Migranten und Flüchtlinge

Diese Animation stellt die aktuelle Flüchtlingskrise aus verschiedenen Blickwinkeln dar.

Geschichte

Schlagwörter

Flüchtlingskrise, Migration, Migrant, Europäische Migrationskrise, Krise, Auswanderung, Asylrecht, Einwanderung, menekültek, humanitäres Problem, religiöse Verfolgung, bevándorlók, politische Verfolgung, Flüchtlingslager, Moderne, Gesellschaftsprobleme, Industrieland, Entwicklungsland, bewaffnete Konflikte, Wirtschaftslage, Statistik, Aufnahmeland, Herkunftsland, Diagramm, Geschichte, Gesellschaft, Europäische Union, Afrika, Asien, Mittlerer Osten, Westeuropa, Europa

Verwandte Extras

3D-Modelle

Hauptrouten

  • Europa
  • Afrika
  • Asien
  • Australien
  • Amerika
  • Atlantischer Ozean
  • Pazifischer Ozean
  • Indischer Ozean

Gemäß dem Hochkommissariat für Flüchtlinge der Vereinten Nationen (UNHCR) ist ein Flüchtling eine Person, die wegen Verfolgung oder bewaffneter Konflikte zur Flucht aus ihrem Heimatland gezwungen wurde. Flüchtlinge riskieren in der Regel aufgrund des Fluchtgrundes die Rückkehr in ihre Heimatländer nicht.

Nach dem UN-Abkommen von 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge ist ein Flüchtling eine Person, die sich „aus der begründeten Furcht vor Verfolgung wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzt (...)”.

Menschen, die aufgrund von Verfolgung, bewaffneter Konflikte bzw. Naturkatastrophen gezwungen sind, ihre Heimatorte zu verlassen, aber ihre Heimatländer nicht verlassen, werden als Binnenvertriebene bezeichnet. Im Volksmund werden sie aber oft ebenso als Flüchtlinge bezeichnet.

Migranten sind Menschen, die ihre Heimatländer auf der Suche nach einem besseren Leben verlassen. Sie könnten also sicher in ihre Heimat zurückkehren, wenn sie es wünschten. Oft werden sie als Einwanderer bezeichnet. (Von Migration spricht man, wenn eine Person ihren Lebensmittelpunkt räumlich verlegt. Von internationaler Migration spricht man, wenn dies über Staatsgrenzen hinweg geschieht.)

Der Unterschied der Motivation beider Gruppen führte zu einer sehr wichtigen Unterscheidung. Länder befassen sich mit Migranten im Rahmen ihrer eigenen Einwanderungsgesetze, während Flüchtlinge im Völkerrecht definiert und geschützt sind. Der 1950 gegründete UNHCR schützt und unterstützt Flüchtlinge, gewaltsam Vertriebene sowie Menschen in Not. Das Hochkommissariat wurde bereits zweimal (1954 und 1981) mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Die Migrationsrouten, denen Hunderttausende von Flüchtlingen und Migranten Jahr für Jahr folgen, sind sehr offensichtlich. Eine der verkehrsreichsten Routen führt heute über das Mittelmeer. Migranten, die diesen Weg einschlagen, kommen aus asiatischen und afrikanischen Ländern und versuchen, das Gebiet der Europäischen Union zu erreichen.

Auch die Südostasien-Route ist stark beansprucht. Migranten, die diesem Weg folgen, wollen vor allem Australien erreichen. Vor Beginn der heutigen europäischen Migrationskrise war die mittelamerikanische Route zweifellos die bekannteste Migrationsroute. Auf der Flucht vor Gewalt und Armut verlassen sehr viele Menschen Mexiko und die mittelamerikanischen Länder, um auf das Gebiet der USA zu gelangen.

Internationale Migration

  • Indien
  • Mexiko
  • Russland
  • China
  • Bangladesch
  • Pakistan
  • Ukraine
  • Philippinen
  • Syrien
  • Vereinigtes Königreich
  • 15.580.000
  • 12.340.000
  • 10.580.000
  • 9.550.000
  • 7.210.000
  • 5.940.000
  • 5.830.000
  • 5.320.000
  • 5.010.000
  • 4.920.000

Jährlich werden zahlreiche umfassende Statistiken zur internationalen Migration veröffentlicht. Natürlich ist eine der interessantesten und wichtigsten Zahlen die tatsächliche Zahl der Ein- und Auswanderer. Laut einer Studie aus dem Jahr 2016 werden 244 Millionen Menschen, d.h. rund 3,3% der Weltbevölkerung, als internationale Migranten eingestuft. Das Balkendiagramm und der Globus in diesem Teil der Animation veranschaulichen die Daten.

Der erste Datensatz liefert Informationen über die Anzahl der Auswanderer. Die Daten für 2015 zeigen die Zahl der Menschen, die zu diesem Zeitpunkt nicht in ihrem Heimatland lebten. (Hier wird die umgangssprachliche Bedeutung des Begriffs "Migrant" verwendet, zu der Flüchtlinge gehören, aber auch solche, die aufgrund ihrer Arbeit vorübergehend im Ausland leben.) Die Säulen in der Grafik entsprechen den rot markierten 10 Ländern mit der höchsten Anzahl von Auswanderern. Durch Anklicken der Länder erscheint die Anzahl der Auswanderer sowie der Ländername, und die dazugehörige Säule wird rot. Jede Einheit auf der senkrechten Achse des Diagramms steht für jeweils 5 Millionen Menschen.

Der zweite Datensatz liefert Informationen aus Sicht der Zielländer, er zeigt die Zahl der Einwanderer im Jahr 2015. Jede Einheit auf der senkrechten Achse des Diagramms steht für jeweils 10 Millionen Menschen. Die Daten zeigen, dass 2015 fast 47 Millionen Menschen in den Vereinigten Staaten lebten, die nicht in den USA geboren wurden.

Der dritte Datensatz wurde von zwei US-Organisationen, die sich unter anderem mit Migration befassen, für den Internationalen Tag der Migranten 2016 erstellt (PRM: Bureau of Population, Refugees & Migration; HIU: Humanitarian Information Unit). (Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat den 18. Dezember im Jahr 2000 zum Internationalen Tag der Migranten erklärt.) Durch Anklicken eines Kontinents auf dem Globus erscheint dessen Name, die dazugehörige Säule wird rot und die Anzahl der Einwanderer auf dem jeweiligen Kontinent zum Zeitpunkt der Datenerfassung wird angezeigt. Jede Einheit auf der senkrechten Achse des Diagramms steht für jeweils 20 Millionen Menschen.

Binnenflüchtlinge

  • Syrien
  • Kolumbien
  • Nigeria
  • Demokratische Republik Kongo
  • Sudan
  • Irak
  • Somalia
  • Türkei
  • Zentralafrikanische Republik
  • Pakistan
  • 6.500.000
  • 5.700.000
  • 3.300.000
  • 2.963.700
  • 2.426.700
  • 2.100.000
  • 1.100.000
  • 953.700
  • 935.000
  • 746.700

Dieser Teil der Animation informiert über Binnenvertriebene, die aufgrund von bewaffneten Konflikten oder Gewalttaten zur Flucht aus ihrer Heimat gezwungen wurden, aber innerhalb der Grenzen ihres Heimatlandes geblieben sind.

Die 10 Länder mit den meisten Binnenvertriebenen (laut einer Studie der Norwegischen Flüchtlingshilfe (NRC) und des Internal Displacement Monitoring Centre (IDMC) aus dem Jahr 2014) sind auf dem Globus rot markiert. Durch Anklicken der Länder erscheint die zur Zeit der Datenerhebung aktuelle Zahl sowie der Ländername, und auch die dazugehörige Säule wird rot. Jede Einheit auf der senkrechten Achse des Diagramms steht für jeweils 2 Millionen Menschen.
Die Zahlen sind erschreckend, und ganz oben auf der Liste steht Syrien mit 6,5 Millionen Binnenvertriebenen.

Flüchtlinge

  • Amerika - 803.500 Menschen
  • Europa - 1,6 Millionen Menschen
  • Afrika - 2,1 Millionen Menschen (außer Nordafrika)
  • Naher Osten und Nordafrika - 7,4 Millionen Menschen
  • Asien, Australien und Ozeanien - 3,4 Millionen Menschen

Daten über Flüchtlinge, also Personen, die gezwungen sind, ihr Heimatland zu verlassen, können auf verschiedene Weise gruppiert werden.

Der Globus in der ersten Ansicht stellt die Gesamtanzahl der Flüchtlinge nach Herkunftsregionen dar. Durch Anklicken des Sterns neben der Regionsbezeichnung wird die Zahl der Flüchtlinge in der Region angezeigt. Die Angaben stammen aus der UNHCR-Studie aus dem Jahr 2004. Bereits damals waren mehr als 15 Millionen Menschen als Flüchtlinge registriert.

In der nächsten Ansicht sind die 6 Haupt-Herkunftsländer hervorgehoben. Durch Anklicken des Sterns neben der Länderbezeichnung werden die dazugehörigen Zahlen angezeigt.

Die dritte Ansicht stellt die Anzahl der registrierten Flüchtlinge nach Aufnahmeländern dar. Die Kategorien der Legende enthalten verhältnismäßig aktuelle Daten (2015) und können einzeln ein- und ausgeschaltet werden.

Flüchtlingsrouten

  • 1960
  • 1970
  • 1980
  • 1990
  • 2000
  • 2010
  • 5 Mio.
  • 10 Mio.
  • 15 Mio.

Heute bilden die Hauptrouten der Flüchtlinge ein globales Geflecht. Wenn man in das wirre Spinnennetz zoomt, sieht man, in welche Richtung sich die Flüchtlinge auf einer bestimmten Route bewegen (das sich verbreiternde Ende einer roten Linie zeigt das Ziel der Flüchtlinge). Laut den im Jahr 2015 veröffentlichten Statistiken des UNHCR wurden bis Ende 2014 rund 60 Millionen Menschen gewaltsam vertrieben.

Das Säulendiagramm neben dem Globus stellt die Entwicklung der Anzahl der registrierten Flüchtlinge zwischen Juni 1951 und Juni 2015 dar. Die Angaben vor 1990 sind unvollständig. Jede Einheit auf der senkrechten Achse des Diagramms steht für jeweils 5 Millionen Menschen. Das Diagramm wurde von economist.com mithilfe der Angaben des UNHCR, der NATO und des Migration Policy Institute erstellt.

Die zweite Ansicht zeigt die Hauptrouten der Flüchtlinge aus Syrien, dem heute am häufigsten genannten Konfliktgebiet. Im Jahr 2011 brach in diesem Land im Mittleren Osten ein Bürgerkrieg aus. Durch die blutigen Kämpfe wurden sehr viele Menschenleben gefährdet, und rund die Hälfte der syrischen Bevölkerung - etwa 11 Millionen Menschen - war gezwungen, aus ihren Häusern zu fliehen. Davon sind rund 5 Millionen Menschen aus dem Land geflohen, während sich 6 Millionen an sicherere Orte innerhalb der Landesgrenzen begeben haben.

Rund 1 Million in Europa angekommene syrische Flüchtlinge haben zwischen 2011 und 2017 einen Flüchtlingsstatus beantragt (zwei Drittel von ihnen haben in Deutschland und Schweden Asyl beantragt).

Flüchtlingslager in Afrika

In vielen afrikanischen Ländern gibt es eine Reihe von laufenden bewaffneten Konflikten. Mehrere der blutigen Bürgerkriege dauern seit Jahren an.

Große Teile der von diesen Kriegen betroffenen Bevölkerung haben versucht, an sicherere Orte zu gelangen. Viele blieben in ihren Heimatländern, während andere in den Nachbarländern Zuflucht suchten. In den letzten Jahrzehnten wurde eine große Anzahl von Flüchtlingslagern eingerichtet, um Flüchtlinge in verschiedenen afrikanischen Ländern aufzunehmen. Diese Lager, die von Stiftungen unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen und humanitärer Organisationen finanziert werden, sind bestrebt, den dort lebenden Flüchtlingen minimale Lebensbedingungen zu bieten, was unter den gegebenen Umständen eine große Leistung ist. Die meisten Lager haben jedoch ihre geplante Kapazität längst überschritten. Die Lager haben täglich mit einem Mangel an Trinkwasser und Lebensmitteln zu kämpfen, und die Gesundheitsversorgung ist unzureichend.

Darfur, eine Region im Westsudan, ist seit 2003 von einem blutigen bewaffneten Konflikt betroffen. Selbst nach vorsichtigsten Schätzungen sind mindestens 400.000 Menschen dem Krieg zum Opfer gefallen und 2 Millionen Flüchtlinge haben in Lagern in Darfur und den Nachbarländern Schutz gesucht.

Die europäische Flüchtlingskrise

Die europäische Flüchtlingskrise ist eins der größten humanitären Probleme der Gegenwart.
Massen von Menschen fliehen vor politischer und religiöser Verfolgung, bewaffneten Konflikten und unerträglichen wirtschaftlichen Bedingungen und versuchen, das Gebiet der Europäischen Union zu erreichen. (Neben Flüchtlingen versuchen auch Massen von Migranten, in der Hoffnung auf ein besseres Leben nach Europa zu gelangen.)

Die Flüchtlinge kommen hauptsächlich aus dem Mittleren Osten, Nord- und Ostafrika und Zentralasien. Um ihr Ziel zu erreichen, durchqueren sie das Mittelmeer und den Balkan.

Verwandte Extras

Afrikanisches Flüchtlingslager (Darfur)

Aufgrund der Darfur-Krise im Sudan flohen mehrere Millionen Menschen aus ihren Wohnorten.

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Die Länder der Erde

Lerne spielend die geografische Lage, Hauptstädte und Flaggen der Länder der Welt.

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Die Animation stellt zahlreiche politische und/oder wirtschaftliche Zusammenschlüsse vor.

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Die Erde gliedert sich in aufgedehnte Landmassen, zwischen denen sich Ozeane ausbreiten.

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