Erdbeben

Erdbeben

Erdbeben sind eine der verheerendsten Naturerscheinungen.

Erdkunde

Schlagwörter

Erdbeben, Plattentektonik, Seismograph, Epizentrum, Hypozentrum, Erdkruste, tektonische Platte, erdbebensichere Konstruktion, Vulkanismus, Welle, Tsunami, Physiogeographie, Erdkunde

Verwandte Extras

Fragen

  • Wo ereignen sich Erdbeben auf der Erde am häufigsten?
  • Entlang welcher Plattengrenzentypen treten die stärksten Erdbeben auf?
  • Was trifft auf Erdbeben NICHT zu?
  • Flachbeben haben eine Herdtiefe von weniger als ...
  • Was ist das Epizentrum eines Erdbebens?
  • Was ist das Hypozentrum\neines Erdbebens?
  • Was ist die Herdtiefe eines Erdbebens?
  • In welcher Form breitet sich die durch ein Erdbeben freigesetzte Energie aus?
  • Welche der folgenden Wellen\nist KEINE Raumwelle?
  • Welche der folgenden Wellen\nist KEINE Oberflächenwelle?
  • Was ist ein Seismograf?
  • Welcher Faktor spielt beim Bau erdbebensicherer Gebäude KEINE Rolle?
  • Welches Material ist am erdbebensichersten?
  • Stimmt diese Behauptung?\nEin kleiner Teil der Erdbeben tritt an Plattengrenzen auf.
  • Stimmt diese Behauptung?\nAn divergierenden Plattengrenzen sind Flachbeben häufiger.
  • Stimmt diese Behauptung?\nVom Vorbeben kann auf die Größe des Hauptbebens geschlossen werden.
  • Stimmt diese Behauptung?\nDie Messinstrumente registrieren die P-Wellen zuerst.
  • Stimmt diese Behauptung?\nRaumwellen verursachen die größte Zerstörung auf der Erdoberfläche.
  • Stimmt diese Behauptung?\nDie Richterskala basiert auf Messungen mit Instrumenten.
  • Stimmt diese Behauptung?\nDie Mercalli-Skala zeigt das Ausmaß der durch Erdbeben verursachten\nZerstörung an.

3D-Modelle

Erdbeben und Plattentektonik

  • Afrikanische Platte
  • Eurasische Platte
  • Arabische Platte
  • Indische Platte
  • Nordamerikanische Platte
  • Südamerikanische Platte
  • Pazifische Platte
  • Karibische Platte
  • Cocosplatte
  • Nazcaplatte
  • Antarktische Platte
  • Australische Platte
  • Philippinische Platte

Erdbeben sind kurzfristige elastische Bewegungen der Erdkruste.

Erdbeben entstehen entweder auf der Erdoberfläche, z. B. durch einen Bergsturz, sowie im Erdinneren oder aus diesem heraus.
Die meisten Erdbeben entstehen im sogenannten Pazifischen Feuerring, der den Pazifischen Ozean von drei Seiten umgibt. Weitere seismisch aktive Gebiete sind die Linie zwischen dem Mittelmeer und Indonesien und entlang des Verlaufes des Mittelozeanischen Rückens. Ähnlich den Vulkanen verteilen sich auch Erdbeben nicht zufällig auf unserer Erde.

Die häufigste Erdbebenart sind tektonische Beben, d. h., dass sie bei Verschiebungen in den Randbereichen der tektonischen Platten auftreten.

Die stärksten Erdbeben

  • USA 7,9 M 30. 11. 1987 7,8 M 06. 03. 1988
  • Kanada, 6,2 M 24. 04. 2015
  • USA, 6,0 M 24. 08. 2014
  • Mexiko, 8 M 19. 09. 1985
  • El Salvador 5,5 M 10. 10. 1986
  • Haiti, 7 M 12. 01. 2010
  • Ecuador 7 M 06. 03. 1987 7,8 M 16. 04. 2016
  • Kolumbien, 6,2 M 10. 03. 2015
  • Peru, 6,9 M 11. 02. 2015
  • Chile, 6,1 M 11. 02. 2015
  • Argentinien, 6,7 M 11. 02. 2015
  • Chile, 6,2 M 21. 04. 2007
  • Algerien, 7,7 M 10. 10. 1980
  • Algerien, 6,8 M 21. 05. 2003
  • Neuseeland, 6,0 M 04. 05. 2015
  • Papua-Neuguinea, 7 M 17. 07. 1998
  • Türkei, 7,6 M 17. 08. 1999
  • Italien, 6,5 M 23. 11. 1980
  • Italien6,0 M 06. 09. 2002
  • Armenien, 6,8 M 07. 12. 1988
  • Iran 7,3 M 10. 05. 1997
  • Iran 7,3 M 28. 07. 1981 6,9 M 11. 06. 1981
  • Afghanistan 6,6 M 30. 05. 1998 6,1 M 25. 03. 2002
  • Indien, 7,6 M 26. 01. 2001
  • Indien, 7 M 19. 10. 1991
  • Nepal 6,8 M 20. 08. 1988 7,8 M 25. 04. 2015
  • China, 6,9 M 13. 04. 2010
  • China, 6,8 M 24. 01. 1981
  • China, 7,9 M 12. 05. 2008
  • China, 7,8 M 27. 07. 1976
  • Russland, 7,5 M 27. 05. 1995
  • Russland, 7,6 M 20. 04. 2006
  • Japan, 9 M 11. 03. 2011
  • Japan, 7,1 M 25. 10. 2013
  • Japan, 6,9 M 16. 01. 1995
  • Taiwan 7,6 M 20. 09. 1999 6,4 M 05. 02. 2016
  • Philippinen, 7,7 M 16. 07. 1990
  • Philippinen, 7,2 M 15. 10. 2013
  • Indonesien 9,1 M 26. 12. 2004 8,6 M 28. 03. 2005
  • Indonesien, 7,5 M 30. 09. 2009
  • Indonesien, 6,3 M 26. 05. 2006
  • Indonesien, 7,5 M 12. 12. 1992

Nach der Tiefe des Hypozentrums unterscheidet man Flach- Mittel- und Tiefbeben. Flachbeben haben eine Herdtiefe von 0-70 km, Mittelbeben eine Herdtiefe von 70-300 km und Tiefbeben eine Herdtiefe von mehr als 300 km.
Bei divergierenden Plattengrenzen, d. h. entlang des Mittelozeanischen Rückens, sind Flachbeben mit niedriger Stärke häufiger. Bei konvergierenden Plattengrenzen kommen Flach-, Mittel- (beide mit höherer Stärke) und auch Tiefbeben (mit niedrigerer Stärke) vor. Die stärksten Erdbeben treten bei der Kollision zweier Platten auf. Wenn Erdbeben in Meeren entstehen, können sie verheerende Flutwellen, sogenannte Tsunami, erzeugen.

In der Regel generiert ein Erdbeben nicht nur eine Welle, sondern verschiedene Wellen. Die größte Energiefreisetzung erfolgt während des Hauptbebens, dem kleinere Vorbeben vorausgehen können. Bei der Wahrnehmung der Vorbeben kann man noch nicht wissen, ob es sich um Vorbeben handelt, und ob diesen ein Hauptbeben folgen wird. Dem Hauptbeben folgen in der Regel mehrere Nachbeben, deren Stärke stufenweise abnimmt.

Die Entstehung von Erdbeben

  • Epizentrum - Der senkrecht über dem Hypozentrum gelegene Punkt auf der Oberfläche.
  • Hypozentrum - Erdbebenherd, der Ausgangspunkt eines Erdbebens, wo eine dauerhafte Deformation zustande kommt.
  • Herdtiefe - Die Entfernung zwischen Epizentrum und Hypozentrum.
  • Seismische Welle

Tektonische Beben ereignen sich, wenn die Spannung zwischen den kollidierenden Gesteinsplatten die Deformierungsfähigkeit und Flexibilität der Gesteine übertrifft. Die Spannung wird explosionsartig ausgeglichen, so wie ein Stock plötzlich bricht, und breitet sich in Form von Wellen in alle Richtungen aus.

Der Ausgangspunkt eines Erdbebens, wo eine dauerhafte Deformation zustande kommt, ist der Erdbebenherd, also das Hypozentrum des Erdbebens. Der senkrecht über dem Hypozentrum gelegene Punkt auf der Erdoberfläche ist das Epizentrum. Hier sind die Stärke und die zerstörende Kraft des Bebens am größten. Die Entfernung zwischen dem Hypozentrum und dem Epizentrum gibt die Herdtiefe an.

Erdbebenwellen

  • P-Welle - Raumwelle, die sich unter der Erdoberfläche ausbreitet. Eine Longitudinalwelle, die sich in der Ausbreitungsrichtung verdichtet oder verdünnt. Ihre Geschwindigkeit beträgt das Doppelte der Transversalwelle, weshalb sie von Messinstrumenten zuerst registriert wird.
  • S-Welle - Raumwelle, die sich unter der Erdoberfläche ausbreitet. Eine Transversalwelle, die Teilchenbewegung ist senkrecht zu ihrer Ausbreitungsrichtung (entlang einer senkrechten oder waagerechten Ebene). Ihre Geschwindigkeit beträgt die Hälfte der Longitudinalwelle, weshalb sie von Messinstrumenten später registriert wird.
  • Love-Welle - Oberflächenwelle, die sich auf der Erdoberfläche ausbreitet. Sie entsteht aus der Interferenz der Longitudinalwellen und der waagerechten Transversalwellen. Die Teilchen bewegen sich in einer waagerechten Ebene senkrecht zur Ausbreitungsrichtung. Die Amplitude der Teilchenbewegung ist wesentlich größer, als die der Raumwellen, nimmt jedoch mit zunehmender Tiefe schnell ab. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit ist größer als die der anderen Oberflächenwelle.
  • Rayleigh-Welle - Oberflächenwelle, die sich auf der Erdoberfläche ausbreitet. Sie entsteht aus der Interferenz der Longitudinalwellen und der senkrechten Transversalwellen. Die Teilchen bewegen sich in der Ausbreitungsrichtung in einer senkrechten Ebene auf die Oberfläche. Die Amplitude der Teilchenbewegung ist wesentlich größer, als die der Raumwellen, nimmt jedoch mit der Tiefe schnell ab. Sie hat eine niedrigere Ausbreitungsgeschwindigkeit als die andere Oberflächenwelle.
  • Raumwellen
  • Oberflächenwellen

Die im Hypozentrum frei gewordene Energie breitet sich wellenförmig aus. Da diese Wellen die innere Kugelschale durchqueren und sich in alle Richtungen ausbreiten, werden sie Raumwellen genannt. Es werden zwei Arten von Raumwellen unterschieden: Longitudinalwellen und Transversalwellen. Ihre Namen erhielten sie nach der Bewegungsrichtung der Teilchen. Longitudinalwellen verdichten bzw. verdünnen sich in der Ausbreitungsrichtung. Transversalwellen haben zwei Varianten: Bei der Ersten ist die Schwingung der Teilchen waagerecht, bei der Zweiten ist die Teilchenbewegung senkrecht zu ihrer Ausbreitungsrichtung.
Die Geschwindigkeit der Longitudinalwellen ist größer, weshalb Messinstrumente sie zuerst wahrnehmen. Daher werden diese als P-Wellen oder Primärwellen bezeichnet, während Transversalwellen als S-Wellen oder Sekundärwellen bezeichnet werden.

Die sich auf der Oberfläche ausbreitenden Wellen sind Oberflächenwellen, die Ergebnisse der Interferenz von P- und S-Wellen sind. Aus der Interferenz der P- und der senkrechten S-Wellen entstehen Rayleigh-Wellen, während sich aus der Interferenz der P-Wellen und der waagerechten S-Wellen Love-Wellen herausbilden. Sie wurden nach den Physikern benannt, die sie zuerst beschrieben. Die Geschwindigkeit der Oberflächenwellen ist kleiner, ihre Amplitude ist jedoch größer, als die der Raumwellen, weshalb die größten Erdbebenschäden durch Oberflächenwellen verursacht werden.

Erdbebenmessung

  • Seismograf
  • Schreibnadel
  • Seismogramm - Eine grafische Aufzeichnung des Seismografen, die die Bodenbewegungen in Abhängigkeit von der Zeit registriert.
  • Aufhängefedern

Auf der Erde entstehen täglich mehrere Tausend Erdbeben. Ein Großteil der Erdbeben hat so wenig Energie, dass sie nur mit Messinstrumenten nachweisbar sind. Diese Messinstrumente, die Seismografen, registrieren Bodenerschütterungen, die von den während der Erdbeben entstehenden seismischen Wellen hervorgerufen werden.
Ein Seismograf besteht aus einem auf dem Boden befestigten Sockel, einer sich von einem Zylinder abspulenden Papierrolle und einer federnd gelagerten Schreibnadel. Während des Erdbebens bewegt sich der Zylinder mit der Papierrolle zusammen mit dem Boden. Die Schreibnadel verharrt aufgrund ihrer Trägheit in ihrer Ursprungsposition und zeichnet so die Bodenbewegung auf der Papierrolle des Zylinders auf. In einer Erdbebenstation befinden sich mindestens drei Seismografen, mit denen die Erschütterungen in allen drei Achsen registriert werden.

Die Entfernung des Epizentrums wird aus dem Zeitunterschied der Eintreffenden P- und S-Wellen berechnet, wodurch um die Erdbebenstation ein Kreis entsteht. Zur Feststellung des genauen Ortes des Epizentrums werden die Angaben dreier Stationen miteinander verglichen, da der gemeinsame Schnittpunkt der drei Kreisbögen das Epizentrum verlässlich angibt.

Die Erdbebenintensität kann mit der Mercalli-Skala gemessen werden. Die 12-stufige Skala gibt die Zerstörungskraft eines Erdbebens in einem Gebiet an. Die Skala basiert auf Erfahrungen, nicht auf den Messungen von Instrumenten. Ein Vorteil der Skala ist, dass auch Erdbeben klassifiziert werden können, die sich vor Jahrhunderten ereigneten. Zwischen der Stärke des Erdbebens und dem Maß der Zerstörung gibt es keine direkte Proportionalität. Das Ausmaß der Zerstörung hängt von den Gesteinsarten, von der Bevölkerungsdichte und von der Bauweise ab.

Die Richterskala beruht auf Messungen mit Instrumenten. Sie stellt die Magnitude, d. h. die im Epizentrum freigesetzte Schwingungsenergie dar, die mit den Seismometern gemessen wird. Jede Stufe der Richterskala bedeutet eine 32-fach höhere Energie, als die vorherige Stufe. Der Wert ist unabhängig von der Auswirkung des Erdbebens auf der Oberfläche.

Erdbebensicheres Bauen

  • erdbebensicheres Gebäude - - regelmäßiger Grundriss - niedriger Schwerpunkt - kleine Fenster
  • nicht erdbebensicheres Gebäude - - unregelmäßiger Grundriss - hoher Schwerpunkt - große Fenster
  • erdbebensicheres Gebäude - - schubsteife, massive Decke - Andreaskreuz-Aussteifung
  • nicht erdbebensicheres Gebäude - - Balkendecke - Mangel an Aussteifungen
  • erdbebensicheres Gebäude
  • nicht erdbebensicheres Gebäude
  • Leichtbau - Leichtbauten werden aus flexiblen Materialien (z. B. Stahl, Holz) gebaut, weshalb sie sich biegen können.
  • Massivbau - Das Material von Massivbauten (z. B. Ziegel, Stahlbeton) ist viel rauer und zu geringerer Verformung fähig, weshalb es bricht, wenn eine größere Kraft auf es einwirkt.
  • erdbebensicheres Gebäude
  • nicht erdbebensicheres Gebäude
  • schwingungsdämpfende Konstruktionen zwischen dem Gebäude und dem Fundament - Zur Dämpfung seismischer Wellen wird zwischen dem Gebäude und dem Fundament eine schwingungsabsorbierende Konstruktionen eingebaut.
  • herkömmlich gebautes Gebäude - Die Schwingungen des Bodens werden auf das Gebäude übertragen, wodurch sie Schäden verursachen können.
  • schwingungsdämpfendes Gegengewicht - Bei Hochhäusern ist in den höheren Etagen ein schweres Gegengewicht, wie ein Pendel, angebracht. Wenn die oberen Etagen durch ein Erdbeben schwanken, versucht das Gegengewicht wegen seiner Trägheit die oberen Etagen in die entgegengesetzte Richtung zu ziehen.

Heutzutage verfügt der Menschen über weitreiche Kenntnisse über erdbebengefährdete Zonen und die Natur der Erdbeben. Der Zeitpunkt und die Stärke eines Bebens können jedoch nicht vorausgesagt werden. Der beste Schutz gegen Erdbeben ist in erdbebengefährdeten Gebieten deshalb der Einsatz erdbebensicherer Bautechniken. Die architektonische Gestaltung, die Aussteifung, das Material und die Schwingungsdämpfung sind wichtige Aspekte bezüglich der Erschütterungsbeständigkeit.

Erdbebensichere Gebäude haben einen regelmäßigen Grundriss, einen niedrigen Schwerpunkt und kleine Fenster. Steife Decken und andere Aussteifungen spielen eine wichtige Rolle. In Bezug auf das Material sind Leicht-, Stahl- oder Holzbauten erschütterungsbeständiger, weil sich das Material flexibel ist. Eine schwingungsdämpfende Konstruktion zwischen Gebäude und Fundament sowie ein schwingungsdämpfendes Gegengewicht ermöglichen die Erdbebensicherung höherer Gebäude.

Animation

  • Afrikanische Platte
  • Eurasische Platte
  • Arabische Platte
  • Indische Platte
  • Nordamerikanische Platte
  • Südamerikanische Platte
  • Pazifische Platte
  • Karibische Platte
  • Cocosplatte
  • Nazcaplatte
  • Antarktische Platte
  • Australische Platte
  • Philippinische Platte
  • Epizentrum - Der senkrecht über dem Hypozentrum gelegene Punkt auf der Oberfläche.
  • Hypozentrum - Erdbebenherd, der Ausgangspunkt eines Erdbebens, wo eine dauerhafte Deformation zustande kommt.
  • Herdtiefe - Die Entfernung zwischen Epizentrum und Hypozentrum.
  • Seismische Welle
  • P-Welle - Raumwelle, die sich unter der Erdoberfläche ausbreitet. Eine Longitudinalwelle, die sich in der Ausbreitungsrichtung verdichtet oder verdünnt. Ihre Geschwindigkeit beträgt das Doppelte der Transversalwelle, weshalb sie von Messinstrumenten zuerst registriert wird.
  • S-Welle - Raumwelle, die sich unter der Erdoberfläche ausbreitet. Eine Transversalwelle, die Teilchenbewegung ist senkrecht zu ihrer Ausbreitungsrichtung (entlang einer senkrechten oder waagerechten Ebene). Ihre Geschwindigkeit beträgt die Hälfte der Longitudinalwelle, weshalb sie von Messinstrumenten später registriert wird.
  • Love-Welle - Oberflächenwelle, die sich auf der Erdoberfläche ausbreitet. Sie entsteht aus der Interferenz der Longitudinalwellen und der waagerechten Transversalwellen. Die Teilchen bewegen sich in einer waagerechten Ebene senkrecht zur Ausbreitungsrichtung. Die Amplitude der Teilchenbewegung ist wesentlich größer, als die der Raumwellen, nimmt jedoch mit zunehmender Tiefe schnell ab. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit ist größer als die der anderen Oberflächenwelle.
  • Rayleigh-Welle - Oberflächenwelle, die sich auf der Erdoberfläche ausbreitet. Sie entsteht aus der Interferenz der Longitudinalwellen und der senkrechten Transversalwellen. Die Teilchen bewegen sich in der Ausbreitungsrichtung in einer senkrechten Ebene auf die Oberfläche. Die Amplitude der Teilchenbewegung ist wesentlich größer, als die der Raumwellen, nimmt jedoch mit der Tiefe schnell ab. Sie hat eine niedrigere Ausbreitungsgeschwindigkeit als die andere Oberflächenwelle.
  • Raumwellen
  • Oberflächenwellen
  • Seismograf
  • Schreibnadel
  • Seismogramm - Eine grafische Aufzeichnung des Seismografen, die die Bodenbewegungen in Abhängigkeit von der Zeit registriert.
  • Aufhängefedern
  • erdbebensicheres Gebäude - - regelmäßiger Grundriss - niedriger Schwerpunkt - kleine Fenster
  • nicht erdbebensicheres Gebäude - - unregelmäßiger Grundriss - hoher Schwerpunkt - große Fenster
  • erdbebensicheres Gebäude - - schubsteife, massive Decke - Andreaskreuz-Aussteifung
  • nicht erdbebensicheres Gebäude - - Balkendecke - Mangel an Aussteifungen
  • erdbebensicheres Gebäude
  • nicht erdbebensicheres Gebäude
  • Leichtbau - Leichtbauten werden aus flexiblen Materialien (z. B. Stahl, Holz) gebaut, weshalb sie sich biegen können.
  • Massivbau - Das Material von Massivbauten (z. B. Ziegel, Stahlbeton) ist viel rauer und zu geringerer Verformung fähig, weshalb es bricht, wenn eine größere Kraft auf es einwirkt.
  • erdbebensicheres Gebäude
  • nicht erdbebensicheres Gebäude
  • schwingungsdämpfende Konstruktionen zwischen dem Gebäude und dem Fundament - Zur Dämpfung seismischer Wellen wird zwischen dem Gebäude und dem Fundament eine schwingungsabsorbierende Konstruktionen eingebaut.
  • herkömmlich gebautes Gebäude - Die Schwingungen des Bodens werden auf das Gebäude übertragen, wodurch sie Schäden verursachen können.
  • schwingungsdämpfendes Gegengewicht - Bei Hochhäusern ist in den höheren Etagen ein schweres Gegengewicht, wie ein Pendel, angebracht. Wenn die oberen Etagen durch ein Erdbeben schwanken, versucht das Gegengewicht wegen seiner Trägheit die oberen Etagen in die entgegengesetzte Richtung zu ziehen.
  • Architektonische Gestaltung
  • Verstärkung des Gebäudes
  • Baumaterial des Gebäudes
  • Schwingungsdämpfung

Narration

Erdbeben sind kurzfristige elastische Bewegungen der Erdkruste. Die häufigste Erdbebenart sind tektonische Beben, d. h., dass sie bei Verschiebungen in den Randbereichen der tektonischen Platten auftreten. Die stärksten Erdbeben treten bei der Kollision zweier Platten auf.

Tektonische Beben ereignen sich, wenn die Spannung zwischen den kollidierenden Gesteinsplatten die Deformierungsfähigkeit und Flexibilität der Gesteine übertrifft. Die Spannung wird explosionsartig ausgeglichen, so wie ein Stock plötzlich bricht, und breitet sich in Form von Wellen in alle Richtungen aus.

Der Ausgangspunkt eines Erdbebens, wo eine dauerhafte Deformation zustande kommt, ist der Erdbebenherd, also das Hypozentrum des Erdbebens. Der senkrecht über dem Hypozentrum gelegene Punkt auf der Erdoberfläche ist das Epizentrum. Hier sind die Stärke und die zerstörende Kraft des Bebens am größten. Die Entfernung zwischen dem Hypozentrum und dem Epizentrum gibt die Herdtiefe an.

Die im Hypozentrum frei gewordene Energie breitet sich wellenförmig aus. Da diese Wellen die innere Kugelschale durchqueren und sich in alle Richtungen ausbreiten, werden sie Raumwellen genannt.

Es werden zwei Arten von Raumwellen unterschieden: Longitudinalwellen und Transversalwellen. Ihre Namen erhielten sie nach der Bewegungsrichtung der Teilchen.

Die Geschwindigkeit der Longitudinalwellen ist größer, weshalb Messinstrumente sie zuerst wahrnehmen. Daher werden diese als P-Wellen oder Primärwellen bezeichnet, während Transversalwellen als S-Wellen oder Sekundärwellen bezeichnet werden.

Die sich auf der Oberfläche ausbreitenden Wellen sind Oberflächenwellen, die Ergebnisse der Interferenz von P- und S-Wellen sind. Die Geschwindigkeit der Oberflächenwellen ist kleiner, ihre Amplitude ist jedoch größer, als die der Raumwellen, weshalb die größten Erdbebenschäden durch Oberflächenwellen verursacht werden.

Auf der Erde entstehen täglich mehrere Tausend Erdbeben. Ein Großteil der Erdbeben hat so wenig Energie, dass sie nur mit Messinstrumenten nachweisbar sind. Diese Messinstrumente, die Seismografen, registrieren Bodenerschütterungen, die von den während der Erdbeben entstehenden seismischen Wellen hervorgerufen werden.
Ein Seismograf besteht aus einem auf dem Boden befestigten Sockel, einer sich von einem Zylinder abspulenden Papierrolle und einer federnd gelagerten Schreibnadel.

Die Erdbebenintensität kann mit der Mercalli-Skala gemessen werden. Die 12-stufige Skala gibt die Zerstörungskraft eines Erdbebens in einem Gebiet an.

Die Richterskala beruht auf Messungen mit Instrumenten. Sie stellt die Magnitude, d. h. die im Epizentrum freigesetzte Schwingungsenergie dar, die mit den Seismometern gemessen wird. Jede Stufe der Richterskala bedeutet eine 32-fach höhere Energie, als die vorherige Stufe.

Heutzutage verfügt der Mensch über weitreichende Kenntnisse über erdbebengefährdete Zonen und die Natur der Erdbeben. Der Zeitpunkt und die Stärke eines Bebens können jedoch nicht vorausgesagt werden. Der beste Schutz gegen Erdbeben ist in erdbebengefährdeten Gebieten deshalb der Einsatz erdbebensicherer Bautechniken. Die architektonische Gestaltung, die Aussteifung, das Material und die Schwingungsdämpfung sind wichtige Aspekte bezüglich der Erschütterungsbeständigkeit.

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Der Tsunami

Ein Tsunami ist eine Riesenwelle im Meer, die verheerende Zerstörungen verursachen kann.

Der Vulkanismus

Beim Vulkanismus steigt aus der Erdkruste Magma an die Oberfläche.

Die tektonischen Platten

Die tektonischen Platten verschieben sich.

Der Aufbau der Erde (Mittelstufe)

Die Erde ist aus konzentrischen Kugelschalen aufgebaut.

Der Doppler-Effekt

Der Ton sich nähernder Schallquellen ist höher als der sich entfernender Schallquellen.

Der Geysir

Ein Geysir stößt in bestimmten Abständen Fontänen warmen Wassers und Dampf aus.

Der Ozeanboden (Karte)

Die tektonischen Plattengrenzen sind am Meeresboden deutlich zu erkennen.

Der Tornado

Die kurzlebigen, aber heftigen Tornados können verheerende Schäden anrichten.

Die Bildung und Aktivität des Schichtvulkans

Besteht aus Gesteinstrümmern und vulkanischer Asche, bzw. aus Lavaschichten.

Die Eigenschaften von Schallwellen

Die Animation erklärt die wichtigsten Eigenschaften von Wellen am Beispiel der Schallwellen.

Die Faltung (Mittelstufe)

Seitliche Druckkräfte führen zur Faltenbildung. So entstehen Faltengebirge.

Die Topografie der Erde

Die Animation stellt die größten Gebirge, Ebenen, Flüsse, Seen und Wüsten der Erde dar.

Die Wellentypen

Wellen spielen in vielen Bereichen unseres Lebens eine wichtige Rolle.

Hotspots

In den Hotspots steigt das Magma oft an die Oberfläche und verursacht vulkanische Aktivität.

Hydrothermale Tiefseequellen

Entlang der Plattengrenzen tritt am Tiefseeboden geothermisch erhitztes Seewasser aus.

Die Erde

Die Erde ist ein Gesteinsplanet mit einer sauerstoffhaltigen Atmosphäre und einer festen Kruste.

Die Verschiebung der Kontinentalplatten im Laufe der Erdgeschichte

Im Laufe der Erdgeschichte haben die Kontinente ständig in Bewegung gewesen.

Faltung (für Fortgeschrittene)

Seitliche Druckkräfte führen zur Faltenbildung. So entstehen Faltengebirge.

Verwerfung (Mittelstufe)

Vertikale Kräfte zersprengen das Gestein in Schollen und bewegen diese in senkrechter Richtung.

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