Die Zikkurat (Ur, 3. Jahrtausend v. Chr.)

Die Zikkurat (Ur, 3. Jahrtausend v. Chr.)

Zikkurats waren die typischen stufigen Tempeltürme in Stadtzentren des antiken Mesopotamien.

Geschichte

Schlagwörter

Zikkurat, Tempelturm, Mesopotamien, Ur, Kirche, Zivilisation, Bauwerk, Heiligtum, Religion, Zeremonie, Sumerer, Stadt, 3. Jahrtausend v. Chr., Geschichte, Altertum, Astronomie, Architektur, Tempelbezirk, Klerus, Götter

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3D-Modelle

Zikkurat

Der Tempelturm der Sumerer

Zikkurats (babylonisch: „hoch aufragend/aufgetürmt, Himmelshügel“) waren Mesopotamiens typische Tempelform. Die Zikkurats haben ihre Stufenform ursprünglich nur durch Zufall erhalten, später aber entschieden sich die sumerischen Architekten bewusst für diese Bauweise.

Die Tempeltürme befanden sich in den Stadtzentren. Sie erfüllten in erster Linie eine religiöse Funktion, waren aber auch aus wissenschaftlicher Hinsicht bedeutend.

Die Tempeltürme waren aus festen Lehmziegeln gebaut. (Innen bestanden sie aus ungebrannten, luftgetrockneten Lehmziegeln und außen aus gebrannten Backsteinen.) Um das Bauwerk vor Wasser zu schützen, gab es ein Entwässerungssystem. Jede Ebene der Zikkurat war von einer Mauer umschlossen.

Seitlich führten monumentale Treppenreihen zu dem Heiligtum der obersten Ebene. Im Heiligtum, gegenüber dem Eingang stand die Statue des Tempelgottes. Nach dem Glauben der Mesopotamier befand sich in der obersten Ebene der Wohnort ihres Gottes.
Von dort aus konnten die Priester ihre astronomischen Beobachtungen durchführen.

Die Zikkurat der Stadt Ur heute

Heiligtum

Die sumerische Religion

Die sumerische Glaubenswelt ist sehr reich (einige Quellen berichten über mehrere Tausend „jenseitige“ Wesen). Ihre Götter fanden die Sumerer in den Kräften der Natur. Die drei höchsten Gottheiten der Sumerer waren: der Hauptgott Anu, der Vater der Götter, der Luftgott Enlil und Enki, der Gott der Gewässer. Auch der Sonnengott Utut, der Mondgott Nanna und die Fruchtbarkeitsgöttin Innin waren zutiefst verehrte Gottheiten. Im Laufe der Zeit wurden die Zeremonien immer komplizierter. Damit stieg auch die Bedeutung der Priester. Die Könige waren religiöse und weltliche Führer in einer Person. Es gab auch Propheten (für das Vorhersagen der Zukunft wurden hauptsächlich astrologische Mittel verwendet) und Weise. Sie waren nicht nur Kenner der Religion, sondern auch der Wissenschaften.
Die Sumerer glaubten an das Leben nach dem Tod und auch an Himmel und Hölle. Sie waren der Überzeugung, ihre Götter wären gnadenlose und fordernde Wesen und brachten deshalb häufig Opfer dar. Schauplatz dieser Zeremonien waren die Heiligtümer.

Treppenreihe

Der Tempel und die Priester

Eine der bedeutendsten kulturellen Leistungen der von König Ur-Nammu gegründeten 3. Dynastie von Ur war die Errichtung der stufig gebauten Tempeltürme. Das ungefähr dreißig Meter hohe und auf einem Sockel mit mehr als 200 Meter Umfang stehende Bauwerk war dem Gott Nanna gewidmet. Die mittlere der drei Treppenreihen führte zum Heiligtum selbst, zum Wohnort des Mondgottes. In den kompliziert strukturierten Stufensystemen und den aus rituellen Aspekten angelegten Räumen kommt die starke kirchliche und göttliche Hierarchie zum Ausdruck. Die Priester, die das spirituelle Leben leiteten, die die Bewegung der Sterne untersuchten (und so „in die Zukunft sahen“) und auch die Verbindung zwischen Göttern und Menschen darstellten, genossen höchstes Ansehen.
In die Innenseiten der Wände waren längliche Kammern eingebaut, die den Priestern und anderen Würdenträgern als Wohnort dienten. Außerdem fand im Tempel auch ein Archiv Platz.

Animation

Stadt Ur

Zeitreise

Narration

Die Zivilisation der Völker des antiken Mesopotamiens bereicherte die menschliche Kultur mit vielen wertvollen Werken. Dazu gehören auch erhaltene Bauwerke, die den hohen Entwicklungsstand der Völker des Zweistromlandes untermauern.

Ähnlich den meisten Kulturen der Antike sind auch die berühmtesten Bauwerke der Sumerer stark mit ihrer Religion verbunden. Die Zikkurat ist eine mesopotamische Tempelform, bei der das Heiligtum an der Spitze mehrerer stufig aufeinander gebauten Ebenen steht. Diese eigentümliche Form entstand durch den sich wiederholenden Neu- und Umbau älterer, niedrigerer Tempel.
Die Turm- oder Stufentempel befanden sich im Stadtzentrum, im von einer eigenen Mauer umgebenen heiligen Bezirk.

Eine der berühmtesten Zikkurate ist der Tempelturm in der Stadt Ur.
Obwohl die Tempeltürme bis zu sieben Stockwerke hoch sein konnten, besteht die Zikkurat von Ur aus nur vier Ebenen. Jede Ebene wurde von einer eigenen Mauer umschlossen. Das Bauwerk hatte eine Höhe von etwa 30 Metern und sein Umfang betrug circa 200 Meter. Die inneren Wände bestanden aus sonnengetrockneten Lehmziegeln, die äußeren aus gebrannten Ziegeln.

Zur ersten Ebene führen drei Treppenreihen hoch, die sich später vereinen und bis nach ganz oben zum Heiligtum führen. An den dort errichteten Altären vollzogen die Priester die wichtigsten Opferzeremonien. Die oberste Ebene hatte nicht nur eine religiöse, sondern auch eine wissenschaftliche Funktion. Priester und Propheten führten hier ihre Beobachtungen durch.

Die zentrale Position und die Geschlossenheit des religiösen Bezirks symbolisiert sehr gut die Hierarchie, die auch die mesopotamische Gesellschaft prägte. Die in die Höhe ragenden Gebäude halfen dabei, den Durchgang zwischen den Welten der Menschen und der Götter zu finden.

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