Die Stadt Babylon (6. Jh. v. Chr.)

Die Stadt Babylon (6. Jh. v. Chr.)

Die antike Stadt Babylon befand sich in Mesopotamien an beiden Ufern des Euphrats.

Geschichte

Schlagwörter

Babylon, Babel, Mesopotamien, Marduk, Koldewey, Hängende Gärten der Semiramis, Ischtar-Tor, Euphrat, Weltwunder, Irak, Kirche, Tempelbezirk, Assyrer, Befestigungsanlage, Perserreich, Alexander der Große, Stadtstaat, Gebäude, Bauwerk, reich verzierter Torbogen, Reich, Stadtmauer, Tonziegel, Palast, königlich, Residenz, _javasolt

Verwandte Extras

Fragen

  • Am Ufer welches Flusses lag die Stadt Babylon?
  • Wer war der Gründer des Altbabylonischen Reichs?
  • Wer war der Hauptgott Babylons?
  • In welchem Jahrhundert herrschte Hammurapi?
  • Wie lang war die äußere Stadtmauer ingesamt?
  • Wie hoch war das Ischtar-Tor?
  • Welches Tier war auf den Zierelementen der Mauern von Babylon nicht dargestellt?
  • Wie viele Türme standen laut Herodot etwa auf den Mauern Babylons?
  • Welche Farbe hatten die glasierten Ziegel, mit denen das Äußere der Stadtmauer bedeckt war?
  • Wie viele Bauwerke der Liste der antiken Weltwunder befanden sich in der Stadt Babylon?
  • Auf dem Gebiet welches heutigen Landes befand sich das altertümliche Babylon?
  • Woraus waren die Torflügel des Ischtar-Tors hergestellt?
  • Wie heißt der von einer Mauer umgebene Stadtteil, wo die Zikkurat stand?
  • Was befand sich nicht in der altertümlichen Stadt Babylon?
  • Stimmt die Behauptung? \nDie Mauern Babylons befanden sich auf der Liste der antiken Weltwunder.
  • Unter welchem Herrscher wurde das Ischtar-Tor fertiggestellt?
  • Welcher Bau befand sich im Tempelbezirk der Stadt Babylon?
  • In welchem Jahrhundert erhielt das Ischtar-Tor seine endgültige Form?
  • Stimmt die Behauptung? \nDen genauen Ort der Hängenden Gärten kennt man bis heute nicht.
  • Welcher Göttin war das größte und am reichsten verzierte Tor Babylons gewidmet?
  • Der Herrscher welches Reichs war Nebukadnezar?
  • Wo befand sich die Stadt Babylon?
  • Was bedeutet die Wortzusammensetzung „Bab-ili“?
  • Welcher assyrische Herrscher zerstörte die Stadt Babylon?
  • An welcher Straße lag das Ischtar-Tor?
  • Wo kann man heutzutage die Rekonstruktion des Ischtar-Tors betrachten?
  • Wie wird der besondere mesopotamische Tempeltyp bezeichnet?
  • Welcher biblische Bau wurde als die Zikkurat der Stadt Babylon identifiziert?
  • Welchem Gott war die Zikkurat Babylons geweiht?
  • Welchem Gott war der Tempelbezirk Babylons geweiht?
  • Wofür war Ischtar nicht die Schutzpatronin?

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Babylon

Die altertümliche Stadt Babylon lag an beiden Ufern des Euphrat in Mesopotamien. Der Urahn der Siedlung existierte wahrscheinlich bereits im 4. Jahrtausend v. Chr. Erstmalig wird sie in einer aus dem 24. Jahrhundert v. Chr. stammenden Quelle als Hauptkultort des Gottes Marduk genannt. Einer ihrer ersten Namen war Bab-ili, was „Tor Gottes“ bedeutet. Der biblische Name Babel entstammt dem hebräischen Namen der Stadt.

Weitreichende archäologische Ausgrabungen begannen zu Beginn des 20. Jahrhunderts unter der Leitung des deutschen Archäologen Robert Koldewey. Heute sind die Ruinen der im heutigen Irak bei Hilla liegenden altertümlichen Stadt zum Großteil freigelegt und viele ihrer Gebäude rekonstruiert.

Ischtar-Tor

Babylon war von einer doppelten Befestigungsmauer umgeben. Die äußere Mauer verfügte über mehrere Tore. Das größte und am reichsten verzierte Tor war das Ischtar-Tor, durch das die Prozessionsstraße ins Herz der Stadt, zum Tempelbezirk führte.

Das Tor war Ischtar gewidmet, der Göttin der Pflanzen und Tiere, der Liebe, der Fruchtbarkeit sowie der Mutterschaft, allerdings auch des Streites und des Krieges.

Der Bau des legendären Tors wurde während der Herrschaft von Nebukadnezar II. beendet. Das Äußere des ca. 14 m hohen Bauwerks war mit blau glasierten Ziegeln bedeckt. Auf den Ziegeln befanden sich Reliefs der Stiere und Drachen (Mushussu) der akkadischen Mythologie. Die Torflügel waren aus Zedernholz gefertigt.

Obwohl das ursprüngliche Tor leider nicht erhalten blieb, können wir es als rekonstruierte Kopie im Berliner Pergamonmuseum bewundern.

Palast

Im Nordteil der Stadt, innerhalb der äußeren Befestigungsmauer, befand sich der Königspalast. Historischen Quellen zufolge erhielt auch dieses Gebäude, genau wie das Ischtar-Tor, sein endgültiges Erscheinungsbild während der Herrschaft des bekanntesten Königs des Neubabylonischen Reichs, Nebukadnezar II.

Hängende Gärten

Das als die „Hängenden Gärten der Semiramis“ bekannte Bauwerk war eines der Weltwunder der Antike. Obwohl sein Name dank der antiken griechischen Geschichtsschreiber mit der legendären assyrisch-babylonischen Königin verbunden wird, wurde es möglicherweise im Auftrag Nebukadnezars II. etwa 600 v. Chr. erbaut.

Der Legende nach ließ der König die Hängenden Gärten für seine Frau, Königin Amytis, anlegen, weil sie die grünen Hügel und Täler ihrer Heimat vermisste. Ihr zu Liebe ließ der König also einen großen Palast errichten, der komplett mit Pflanzen bedeckt einem bewachsenen Berg glich.

Historikern zufolge waren die „Hängenden Gärten“ von Babylon tatsächlich ein abgestuftes Bauwerk, ähnlich einer Zikkurat. Die Terrassen waren mit Erde gefüllt und die Pflanzen wurden durch ein ausgeklügeltes System bewässert.

Das Gebäude wurde wahrscheinlich „hängende“ Gärten genannt, weil es aus der Ferne betrachtet so schien, als ob die Pflanzen in der Luft schwebten. Die genaue Lage der Gärten ist jedoch weiterhin unbekannt.

Tempelturm

  • Treppe
  • Mauern des Tempelbezirks
  • Zikkurat des Marduk
  • Schrein
  • gebrannte Lehmziegel

Die Prozessionsstraße führte durch das Ischtar-Tor zum Tempelbezirk der Stadt. Hier befand sich eine der berühmtesten Zikkurats, die dem Gott Marduk geweiht war. Marduk war der Reichsgott Babylons und der auf dem Dach der Zikkurat befindliche Schrein galt als sein Hauptkultort. Die Zikkurat wurde ursprünglich Etemenanki genannt, „Haus des Himmelsfundaments auf der Erde“.

Die erste hier vermutlich im 2. Jahrtausend v. Chr. errichte Zikkurat wurde, nachdem Babylon im 7. Jh. v. Chr. von den Assyrern zerstört wurde, zusammenmit anderen Gebäuden im 7.-6. Jh. v. Chr. wiederaufgebaut. Historischen Quellen zufolge bestand sie aus sieben Stockwerken und war 91 Meter hoch. Dieser Tempel wurde mittlerweile als der biblische „Turmbau zu Babel“ identifiziert.

Jahrhunderte später, als die Stadt von ihren Bewohnern verlassen war, verfiel die Zikkurat, ihre Lehmziegel wurden von den Einheimischen abgetragen. Ausgrabungen im 20. Jahrhundert konnten nur ihr Fundament ausfindig machen.

Wohnviertel

  • Kanal
  • Brücke
  • Prozessionsstraße
  • Hängende Gärten
  • Ischtar-Tor
  • Palast
  • Befestigungsanlage
  • Euphrat
  • Zikkurat
  • Tempelbezirk
  • Wohnviertel
  • Stadtmauer

Zur Blütezeit des Neubabylonischen Reichs betrug die Bevölkerung der Stadt wahrscheinlich mehrere hunderttausend Menschen. Der Grundriss der Stadt war übersichtlich, da die langen Straßen diese in quadratische Bezirke unterteilten. Die Bewohner Babylons lebten in den Wohnvierteln der äußeren, neueren Stadteile.

Stadtmauer

  • Stadtmauer
  • Stier
  • Löwe
  • Ischtar-Tor
  • Prozessionsstraße
  • blau glasierte Ziegel
  • Schlangendrache - Auch als Mušḫuššu bekannt. Er ist der Drachen der akkadischen Mythologie und das Tier des Gottes Marduk. Der Drache ist eine „Mischung“ aus Löwe, Adler, Schlange und Skorpion.

Die Stadt Babylon war von einer riesigen und massiven Mauer umgeben. Die aus Lehmziegeln erbaute äußere Mauer war wahrscheinlich ca. 18 km und 18 m hoch.

Dem altgriechischen Geschichtsschreiber Herodot zufolge war die Mauer so dick, dass auf ihr sogar eine vierspännige Kutsche hätte fahren können. Archäologische Funde deuten darauf hin, dass die Mauerdicke am Ischtar-Tor etwa 4 m betrug.

Herodot schrieb außerdem, dass sich Hunderte von Türmen auf der Mauer erhoben, was Babylon schon von weitem eine beeindruckende Silhouette verlieh. Die mächtigen Mauern und das legendäre Ishtar-Tor veranlassten die Chronisten der Antike dazu, das Bauwerk zu den Weltwundern der Antike zu zählen.

Spaziergang

Animation

Narration

Das an beiden Ufern des Euphrats liegende Babylon spielte eine außerordentlich wichtige Rolle in der Geschichte des altertümlichen Mesopotamiens. Den genauen Zeitpunkt der Gründung der akkadisch-amoritischen Stadt kennen wir nicht, doch historischen Quellen zufolge wuchs ihre Bedeutung kontinuierlich.

Im 18. Jahrhundert v. Chr., zur Herrschaftszeit Hammurapis, war die Stadt bereits eindeutig das Zentrum des Reichs. Später, während der assyrischen Herrschaft, verlor sie an Bedeutung, doch unter der Herrschaft von Nebukadnezar II. wurde sie komplett neu aufgebaut. Als Zentrum des Neubabylonischen Reichs erlebte die Stadt eine zweite Blütezeit und entwickelte sich im 6. Jahrhundert v. Chr. zu einer echten Weltstadt.

Zu dieser Zeit war Babylon von einer etwa 18 km langen, außergewöhnlich massiven Stadtmauer umgeben. Die Großartigkeit des aus Lehmziegeln errichteten, 18 m hohen Bauwerks bewegte die damaligen Geschichtsschreiber dazu, sie mit ihrem größten und am reichsten verzierten Tor, dem Ischtar-Tor, den antiken Weltwundern zuzuordnen.

Die durch das Ischtar-Tor verlaufende Prozessionsstraße führte an der äußeren Festung und dem inneren Palast vorbei. In seiner Umgebung haben sich vermutlich auch die „Hängenden Gärten der Semiramis“ befunden, doch der genaue Standort ist bis heute nicht bekannt. Die Prozessionsstraße führte zum religiösen Zentrum der Stadt, dem von einer Mauer umschlossenen Tempelbezirk. Hier ragte der Turmtempel des Hauptgottes Babylons, Marduks, in den Himmel.

Der Grundriss der Stadt war übersichtlich. Die engen, jedoch meist geraden und langen Straßen gliederten das Stadtgebiet in gut abgrenzbare Bezirke. Die neueren Stadtteile waren zumeist Wohnviertel, hier lebte die mehrere Hunderttausend Menschen zählende Bevölkerung der Stadt.

In der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts fiel die Stadt unter persische Herrschaft, fungierte jedoch weiterhin als einer der Königssitze. Ihre Bedeutung verringerte sich auch nach der Zerschlagung des Persischen Reichs durch Alexander des Großen nicht, denn der makedonische König betrachtete Babylon als Zentrum seines riesigen Reichs. Nach seinem frühen Tod begann die Stadt allerdings zu verfallen und war bald komplett entvölkert.

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